Nächste Ausgabe?
Der nächste BÜRGERBLICK erscheint am: 04. Juni 2012
Anzeigenschluss:
29. Mai 2012
Redaktionsschluss:
30. Mai 2012
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BÜRGERBLICK
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Eberhard Henrie Laib
Kurzporträt:
Geboren am 18. November 1953 in Reutlingen besuchte Henrie Laib die Volksschule in dem kleinen beschaulichen Dörfchen Bempflingen. Mit sechs Schwestern an seiner Seite erlebte er eine glückliche Kindheit und Jugend. „Mein Vater war Bahnhofsvorsteher, meine Mutter Hausfrau. Als Kind war ich oft bei meinem Großvater, der als Schäfer sein Brot verdiente. Ich wuchs mit Tieren auf. Meine Großeltern hatten neben den 100 Schafen auch zwei Ziegen, die Rosa und die Maria und einen Terrier namens Liesele, der die Schafe hütete. Meine Eltern legten großen Wert auf eine christliche Erziehung, was ich ihnen noch heute hoch anrechne. Denn in vielen Lebenslagen – vor allem später als Kriegsreporter – hat mir die Bibel Kraft und Durchhaltevermögen gegeben.“
Laib lernte nach 9 Jahren Volksschule Maschinenschlosser bei der Firma WAFIOS
in Reutlingen. „Mein Traum war es damals, Reporter zu werden.
Das aber war für mich mit 16/17 Jahren unerreichbar und in weiter
Ferne. Aber ich weiß noch, wie ich mich damals Ende der 60er Jahre
an den alten Volksempfänger meines Großvaters setzte, RTL hörte,
die Musik immer leiser drehte und nur für mich im stillen Kämmerlein
Radiomoderator spielte: "Und jetzt hören Sie Chubby Checker mit ‚Let’s Twist again’.“
Nach einem
Jahr Gesellenzeit kam Laib zur Bundeswehr, verpflichtete sich für vier
Jahre bei der Marine, diente beim Marinefliegergeschwader 2 in
Tarp/Eggebek. Während der letzten beiden Jahre holte er auf der
Abendrealschule Flensburg seine Mittlere Reife nach. Nach dem Bund
besuchte er das Agrarwissenschaftliche Gymnasium in Nürtingen bis zum
Fachabitur. "Eigentlich wollte ich Theaterwissenschaften an der
Folkwang-Hochschule in Essen studieren, doch dann bekam ich ein
Volontariat bei der REMS-Zeitung in Schwäbisch Gmünd, einer der
ältesten deutschen Tageszeitungen, bei der auch schon der ehemalige Herausgeber
der Wochenzeitung DIE ZEIT, Theo Sommer, volontiert hatte." Danach
begann Laib seine journalistische Karriere. "Doch das Theater hat mich
nie losgelassen. Während meiner Zeit als Kulturredakteur beim damaligen Süddeutschen Rundfunk fragte
ich den Theaterregisseur Hansgünther Heyme, der Intendant beim
Württembergischen Staatstheater in Stuttgart war, ob er einen
Regieassistenten bräuchte. Er nahm mich! So hatte ich das Glück, bei
zwei seiner Regiearbeiten mit dem Jugendclub Kritisches Theater dabei
zu sein, bei Troilus und Cressida und bei Gerettet von Edward Bond, dem englischen Dramatiker."
Nach seiner Zeit beim Rundfunk durchlief Laib verschiedene journalistische
Stationen, war bei der Gründung von RTL plus in Luxemburg dabei (dem
heutigen RTL Sender in Köln) und wurde 1987 als Chefreporter vom Axel
Springer Verlag abgeworben. Bis 1998 war Laib bei BILD und berichtete als
Reporter über große und kleine Kriminalfälle, war vor allem als Rechercheur
und investigativer Reporter eingesetzt. Henrie Laib berichtete unter anderem
vom 1. Golfkrieg aus Kuwait, 1993 aus dem Somalia-Krieg und Mitte der 90er
Jahre aus dem ehemaligen Jugoslawien, wo sich Laib vor allem im umkämpften
Sarajevo aufhielt.
1998 stieg er bei BILD aus und ließ sich in der Türkei nieder. In der 16-Millionen-Einwohner-Metropole gründete Laib zusammen mit einem deutschen Kameramann ein TV-Produktionsbüro. "Wir arbeiteten vorwiegend für SPIEGEL TV und waren in der gesamten Türkei unterwegs." Laib spricht Schwäbisch, Englisch und ein wenig Türkisch. 2004 zog es ihn nach seinem hektischen Reporterleben in die ländliche Idylle des Oldenburger Landes. Seit 2006 bringt er den BÜRGERBLICK heraus. Jetzt hat er sich vorgenommen, auch noch Plattdeutsch zu lernen. Das, so sagt er, sei er seinen Lesern schuldig. Dass der BÜRGERBLICK mit seinen Artikeln bei manchen Zeitgenossen aneckt, überrascht Laib nicht: "Das ist ein Lernprozess. Wer eine kritische Presse nicht kennt, wer es bislang nicht gewohnt war, dass eine Zeitung auch mal Klartext redet, der wird erst einmal verwundert und irritiert sein. Der wird vielleicht sogar sagen: 'Darf man denn so etwas schreiben?'. Ja, man darf, man muss sogar! Jede kritische Presse versteht sich als vierte Gewalt. Es ist unsere Aufgabe, Missstände aufzudecken und den Finger dort in die Wunde zu legen, wo schreiendes Unrecht herrscht auch wenn das einigen Zeitgenossen nicht gefällt. Ich zitiere nur den großen Kollegen Ulrich Wickert: 'Gauner muss man auch Gauner nennen (dürfen)'. Und nach diesem Motto handeln wir!»
Hier einige von Laibs journalistischen Stationen:
• Süddeutscher Rundfunk Stuttgart (ab 1979)
• Redakteur Welt der Arbeit, DGB-Wochenzeitung
• Redakteur Motorrad-Magazin Easy Rider, Lütze Verlag
• Erstes Privates Fernsehen Ludwigshafen (EPF). Hier begann am
1.1.1984 das neue Zeitalter des Privatfernsehens.
• Sat 1, Moderator und Redakteur
• RTL plus in Luxemburg
• 1987: Axel Springer Verlag Hamburg, Chefreporter BILD.
Internationale Einsätze als Reporter u.a. als Krisenberichterstatter aus
dem 1. Golfkrieg (Kuwait), Somalia, Jugoslawien (Sarajevo).
• 1999: Selbstständig mit Journalistenbüro (Medien Laib & Online
Production) in Hamburg und Istanbul. TV-Produktionen für TV-
Sender wie ARD, ZDF, RTL, Sat 1, Pro 7, SPIEGEL TV, ARTE etc.
• 2002/2003: Pressesprecher der deutschen Werft PEER GYNT in Antalya
• seit 2004: Medienbüro in Barßel, 2006 Gründung des BÜRGERBLICK
Kurzinterview zum Start der Fernsehkarriere des Journalisten und Reporters Eberhard Henrie Laib:
Herr Laib, wie sah 1984 die ‚Stunde Null’ des privaten Fernsehens eigentlich aus?
Wir fingen in völlig leeren
und riesigen Redaktionsräumen in Ludwigshafen an und mussten uns
erstmal darum kümmern, Schreibmaschinen zu bekommen, dann Kameras.
Schließlich fingen wir an zu überlegen, wie ein anderthalb Stunden
langes lokales oder regionales Fernsehprogramm aussehen könnte. Welches
Format sollte es sein? Wie wollen wir das Ganze gestalten? Es war eine
chaotische Situation, aus der sich dann aber binnen weniger Monate ein
Sendungsformat herauskristallisierte.
Gab es ein Vorbild, an dem Sie sich orientierten?
Frank Elstner hat uns zeitweise gecoacht und mit uns zusammen das
Format für unser Magazin entwickelt. Wir haben uns schließlich, nach
amerikanischem Vorbild, für einen Anchorman mit zwei Kollegen
entschieden. Jeden Tag war Studiopublikum dabei, denn es sollte ein
Magazin sein, das weitaus bunter und kreativer sein sollte, als das
Programm der Öffentlich Rechtlichen.
Wie war die Zusammenarbeit mit Frank Elstner?
Unglaublich kreativ! Erst hatten wir alle unglaublich Bammel vor dem großen,
prominenten Fernsehmacher. Aber nach einigen Tagen war das ein
richtiges Kumpelverhältnis. Das hat total Spaß gemacht, obwohl wir in
der Zeit vor dem Start wirklich viel gearbeitet haben. 12 bis 14
Stunden am Tag, das war völlig normal, auch Samstags und Sonntags.
Hat Frank Elstner, der ja schon vor 1984 in Luxemburg bei dem
Privatsender RTL gearbeitet hat, eine andere Art gehabt an die Dinge
heranzugehen, als vielleicht die Kollegen beim öffentlich-rechtlichen
Rundfunk in Deutschland?
Dazu muss man sagen, dass alles, was damals den Stempel ‚Luxemburg’ trug, als gut und innovativ in der Szene angesehen wurde. Frank
Elstner, der zu dieser Zeit eine Art Medienberater war, kam zu uns und
hat sich zunächst die Begebenheiten im Studio angeschaut. Wieviel
Personal steht zur Verfügung? Wie hoch ist das Budget? Was kann man
daraus machen? So ist unser Magazin entstanden. Elstner hat in
der Endphase, wo es um die Entscheidung ging, wer vor die Kamera sollte,
jeden genau angeschaut, ihn getestet und gecoacht. Bis hin zum
Aussehen. Nach Kriterien wie: Stimmt die Frisur? Stimmt die Brille?
Stimmt der Blick in die Kamera? Ist das ausbaufähig oder nicht? Später,
als ich dann bei RTL in Luxemburg war, habe ich ihn wieder getroffen
und er sagte: ‚Ach, jetzt ist der blonde schlanke Schwabe auch bei
RTL.’ Das war vor 20 Jahren und als ich noch 30 Kilo weniger wog.

